Zwei Jahre sind schnell vorbei – und dann steht sie wieder an: die Hauptuntersuchung. Viele Autofahrer wissen, was das bedeutet – Plakette, Mängelliste oder Nachprüfung. Wer den TÜV überziehen will, riskiert Bußgeld und Ärger. Doch künftig verändert sich einiges: Die Bundesregierung plant eine Neuerung, die den Ablauf schon vor der eigentlichen Prüfung auf den Kopf stellt.
Der neue TÜV-Alltag: Was Autofahrer bald erwartet
Es gehört fast schon zum Rhythmus des Autofahrerlebens: Hauptuntersuchung, Abgasprüfung, Gebühren. Rund 150 Euro kostet die Pflichtuntersuchung bei TÜV, Dekra oder einer anderen Prüfstelle. Kommt das Fahrzeug durch, gibt’s die begehrte Plakette – andernfalls wartet die Nachprüfung für rund 30 Euro extra.
Wer die Frist verpasst, zahlt drauf. Wird man mit abgelaufener Plakette erwischt, kann das Bußgeld bis zu 60 Euro betragen. Spätestens dann merkt jeder: Den TÜV sollte man besser nicht schleifen lassen.
Doch die Bundesregierung hat nun beschlossen, dass der Ablauf moderner, digitaler und vor allem einfacher werden soll. Ziel ist es, den Papierkram zu reduzieren und gleichzeitig die Fahrer stärker an wichtige Termine zu erinnern. Dafür wird ein Baustein zentral: das Smartphone.
Führerschein aufs Handy: Der TÜV geht digital
Ab 2026 müssen Autofahrer ihren Führerschein nicht mehr im Portemonnaie mitführen. Das Verkehrsministerium arbeitet an einer App, die den Führerschein digital abbildet. Der Plan: Mit einem kurzen Blick aufs Handy lässt sich künftig belegen, dass man fahrberechtigt ist.
Was schon jetzt funktioniert, ist der digitale Fahrzeugschein. Über die i-Kfz-App lässt sich das Dokument bereits heute hinterlegen – sowohl für Android als auch für das iPhone. Der lästige Papierstapel im Handschuhfach wird damit kleiner. Die Bundesregierung verspricht: „Mit dieser Innovation wird der Alltag der Menschen einfacher.“
Das Ziel ist klar: Wer digitale Fahrzeugdaten nutzt, soll in Zukunft auch automatisch über wichtige Fristen informiert werden. Zum Beispiel, wann die nächste Hauptuntersuchung ansteht. Der Clou: Die App erinnert direkt auf dem Smartphone an den TÜV-Termin. Wer also droht, den TÜV überziehen zu lassen, bekommt rechtzeitig einen digitalen Hinweis – und spart sich Stress, Bußgeld und vergessene Fristen.
Das digitale Portemonnaie: alles in einer App
Führerschein, Fahrzeugschein, Versicherung – bislang musste alles einzeln aufbewahrt werden. In Zukunft wandert fast alles ins Smartphone. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet daran, Führerschein und Fahrzeugschein in einer einzigen App zusammenzuführen.
Schon heute kann man über die i-Kfz-App Fahrzeugpapiere speichern und sogar digital weitergeben – etwa an eine Werkstatt, wenn ein Termin ansteht. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder schwärmt: „Das mühselige Suchen nach dem Dokument hat bald ein Ende.“
Auch Digitalminister Karsten Wildberger lobt die Neuerung: „Die digitale Weitergabe des Fahrzeugscheins an Dritte, etwa Werkstätten, wird unkompliziert möglich.“
Parallel erhält die App automatische Updates. Wer die Anwendung nutzt, bekommt nicht nur Erinnerungen an den TÜV, sondern auch Benachrichtigungen über neue Richtlinien oder Software-Updates fürs Fahrzeug.
Das klingt nach Zukunft – und nach einem echten Schritt Richtung papierloses Autofahren.
Neben dem digitalen Führerschein sollen langfristig auch andere Dokumente verschwinden: Bankkarten, Gesundheitskarte, vielleicht bald sogar der Personalausweis. Das Portemonnaie wird schlanker, der Alltag moderner. Die Regierung sieht darin einen wichtigen Baustein der digitalen Verwaltung.
TÜV und Technik: Was bleibt, was sich ändert
Bei all den digitalen Neuerungen bleibt der eigentliche TÜV-Termin vorerst, wie er ist. Die Fahrzeuge müssen weiterhin regelmäßig zur Hauptuntersuchung, um ihre Verkehrssicherheit zu bestätigen. Neu ist aber, dass die digitale Verwaltung dafür sorgt, dass Autofahrer keine Termine mehr verpassen – oder sie zumindest rechtzeitig im Blick haben.
Die Prüforganisationen TÜV, Dekra und KÜS begrüßen die Modernisierung. Auch sie setzen zunehmend auf digitale Prozesse – von Online-Terminbuchungen bis hin zu digitalen Prüfberichten, die direkt nach der Untersuchung abrufbar sind. In Zukunft könnte der gesamte Ablauf – von der Terminbestätigung bis zum Mängelprotokoll – digital ablaufen.
Trotzdem bleibt die eigentliche Kontrolle streng. Wer den TÜV nicht rechtzeitig macht oder versucht, ihn zu umgehen, riskiert weiterhin Konsequenzen. Ein abgelaufenes Prüfsiegel bedeutet nicht nur Bußgelder, sondern kann auch den Versicherungsschutz gefährden. Kommt es zu einem Unfall mit abgelaufener Plakette, kann die Versicherung Leistungen kürzen oder Regress fordern.
Die Behörden betonen deshalb: Auch im digitalen Zeitalter bleibt Eigenverantwortung gefragt. Die App erinnert zwar, aber fahren und handeln muss jeder selbst.
Digital, bequem – und trotzdem Pflicht
Viele fragen sich: Bedeutet die Digitalisierung, dass man künftig gar nicht mehr persönlich zum TÜV muss? Die Antwort lautet: noch nicht. Die eigentliche Prüfung bleibt weiterhin Pflicht und wird auch künftig physisch durchgeführt. Nur die Organisation drumherum – von der Erinnerung bis zur Verwaltung der Fahrzeugdaten – wandert Schritt für Schritt ins Netz.
Die Bundesregierung plant darüber hinaus, auch weitere Prozesse rund ums Auto zu digitalisieren: Ummeldungen, Fahrzeugverkauf, Versicherungswechsel. Ziel ist es, Behördengänge weitgehend abzuschaffen. Schon heute lassen sich viele dieser Schritte online über das Portal i-Kfz erledigen.
Wer sich auf die Umstellung vorbereitet, profitiert doppelt. Die Nutzung der App erspart nicht nur Papierkram, sondern auch Stress mit Fristen. Und wer seine digitalen Dokumente parat hat, kann bei Kontrollen schnell beweisen, dass alles in Ordnung ist.
TÜV überziehen war gestern – die Zukunft ist digital
Die Zeiten, in denen Autofahrer den TÜV-Termin auf einem zerknitterten Zettel im Handschuhfach notierten, neigen sich dem Ende zu. Mit der neuen i-Kfz-App erinnert das Smartphone rechtzeitig an Prüfungen, digitalisiert den Fahrzeugschein und macht den Führerschein mobil. Wer den TÜV überziehen wollte, hat künftig keine Ausrede mehr – die App meldet sich zuverlässig, bevor es teuer wird.
Die Digitalisierung bringt mehr Komfort, weniger Papier und ein gutes Stück Kontrolle zurück in die Hände der Fahrer.
Was bleibt, ist die Pflicht, sein Auto sicher zu halten. Was sich ändert, ist alles drumherum. Und das ist – selbst für Technikmuffel – eine gute Nachricht.







