Wut und Verwirrung über abgesagten Weihnachtsmarkt: „Danke für nichts“

abgesagter Weihnachtsmarkt

Ein abgesagter Weihnachtsmarkt ist mehr als nur ein Termin, der aus dem Kalender gestrichen wird. Er steht für verlorene Erwartungen, verpasste Begegnungen und Enttäuschung – besonders dann, wenn er kurz vor Beginn abgesagt wird. In Düsseldorf ist genau das passiert: Ein vielversprechender XXL-Markt mit Mittelalterflair wurde gestrichen. Und damit entstand eine Welle der Reaktionen, die weit über den Veranstaltungsort hinausging.

Ein abgesagter Weihnachtsmarkt bringt Emotionen zum Kochen

Der „Gerresheimer Winterzauber“ sollte mehr sein als ein klassischer Weihnachtsmarkt. Mit Showprogramm, Eislauffläche, Gastronomie und Themenbereichen war ein umfangreiches Konzept geplant. Doch was sich für viele nach winterlicher Vorfreude anhörte, wurde kurz vor dem Start zur Enttäuschung.

Die Stadt Düsseldorf verweigerte die Genehmigung. Zu spät eingereichte Unterlagen, ein fehlendes Verkehrskonzept, fehlende Brandschutzangaben – so lauten die Vorwürfe gegen die Maus Event GmbH. Der Veranstalter wiederum betont, man habe die Planung zwar spät begonnen, aber gehofft, im engen Austausch mit den Behörden noch alles rechtzeitig umzusetzen. Es blieb bei der Hoffnung. Anfang November kam die telefonische Absage der Bauaufsicht. Die schriftliche Begründung ließ auf sich warten – und viele Fragen offen.

Was für Außenstehende vielleicht wie ein verwaltungstechnischer Vorgang klingt, traf viele Menschen mitten ins Herz. Mehr als 70 Schaustellerfamilien hatten mit dem Markt gerechnet, teilweise bereits investiert, Stände geplant, Personal gebucht. Auch Tickets für die geplante Eisshow „Eis & Aura“ waren bereits verkauft – und müssen nun zurückerstattet werden.

Auf Facebook entlud sich die Enttäuschung. Kommentare wie „Unfassbar!“, „Typisch Stadtverwaltung!“ oder „Jetzt fehlen mir 500 Euro Umsatz pro Tag“ sprechen eine deutliche Sprache. Für viele war das Event eine Hoffnung – sei es geschäftlich oder einfach, um endlich wieder gemeinsam festliche Stimmung zu erleben. Die kurzfristige Absage trifft mitten in die emotionale Vorweihnachtszeit.

Hintergründe eines bürokratischen Rückschlags

Ein abgesagter Weihnachtsmarkt wirft meist mehr Fragen auf, als er Antworten liefert. Warum kam die Absage so spät? War ein abgespecktes Konzept wirklich keine Option? Wer trug die Verantwortung für die späte Kommunikation? Antworten darauf gibt es wenige – dafür viele Perspektiven.

Die Maus Event GmbH betont, sie habe den Aufwand zunächst unterschätzt. Gleichzeitig habe man bis zum Schluss auf eine pragmatische Lösung gehofft. Die Stadt sieht das anders. Ohne vollständige Unterlagen, so die Begründung, könne keine Ausnahme gemacht werden. Und tatsächlich: Die gesetzlichen Vorgaben für Großveranstaltungen lassen wenig Spielraum.

Der Ablauf wirft dennoch Kritik auf. Warum gab es keine frühzeitige schriftliche Absage, wenn bereits telefonisch abgelehnt wurde? Hätte die Stadt aktiver auf fehlende Unterlagen hinweisen müssen? Oder lag die Verantwortung allein beim Veranstalter? Im Rückblick wirkt vieles unausgesprochen – und einige Beteiligte fühlten sich überrumpelt.

Was klar ist: Bei der Planung eines Events dieser Größenordnung zählt jede Woche. Wer spät beginnt, läuft Gefahr, den Verwaltungsapparat nicht rechtzeitig ins Rollen zu bringen. Und wer sich auf mündliche Zusagen verlässt, spielt mit der Unsicherheit. Für die Besucher ist das irrelevant – sie wollen Lichter, Stimmung, ein schönes Erlebnis. Für sie bleibt: leere Fläche statt festlichem Glanz.

Schausteller, Tickets und Enttäuschung auf ganzer Linie

Nicht nur die Veranstalter sind betroffen – auch die Schausteller trifft die Absage hart. Ein abgesagter Weihnachtsmarkt bedeutet in vielen Fällen: kein Einkommen, kein Ersatz, kein Plan B. Gerade in der Vorweihnachtszeit sind Einnahmen oft überlebenswichtig. Wer hier verliert, kann das kaum auffangen.

Viele hatten Waren eingekauft, Verträge abgeschlossen, Werbung geschaltet. Ohne Markt bleiben sie darauf sitzen. Hinzu kommt die Belastung durch Rückerstattungen – vor allem bei der Show „Eis & Aura“. Die Maus Event GmbH hat angekündigt, das Geld zurückzuzahlen. Doch für ein Unternehmen, das mit einem erfolgreichen Start gerechnet hat, ist das ein schwerer Rückschlag.

Auch die Besucher zeigen sich enttäuscht. Wochenlang wurde für das Event geworben. Familien hatten Ausflüge geplant, Kinder sich auf Karussells gefreut. Die Kommentare auf Social Media spiegeln genau das wider: Traurigkeit, Ärger, Unverständnis. Und auch der Blick in die Zukunft fällt verhalten aus.

Doch es gibt auch versöhnliche Töne. Mehrere Nutzer kommentierten, dass sie auf 2026 hoffen. Die Maus Event GmbH hat inzwischen angekündigt, genau dann einen neuen Anlauf zu wagen – frühzeitiger, strukturierter, besser abgestimmt mit der Stadt. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

Ein abgesagter Weihnachtsmarkt ist ein Verlust – emotional wie wirtschaftlich

Was bleibt, ist ein leerer Platz auf dem Glasmachergelände. Kein Duft von gebrannten Mandeln, keine Musik, keine lachenden Kinder. Ein abgesagter Weihnachtsmarkt reißt eine Lücke, die sich nicht so leicht füllen lässt. Für die einen ist es ein wirtschaftlicher Verlust, für andere eine emotionale Enttäuschung.

Die Stadt betont, dass Regeln eingehalten werden müssen. Die Veranstalter sagen, sie hätten gelernt. Beide Seiten wollen es 2026 besser machen. Ob daraus wirklich ein neuer Start entsteht, hängt davon ab, wie ernst beide Seiten ihre eigenen Ankündigungen nehmen.

Für die Besucher bleibt die Hoffnung – und der Blick auf andere Weihnachtsmärkte der Region. Dort brennen die Lichter. Und vielleicht, in zwei Jahren, auch wieder in Gerresheim. Dann aber mit besserer Vorbereitung – und hoffentlich ohne böse Überraschung kurz vor knapp.

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